Gina 11.05.2019

Yoga a la Ronaldo oder macht Yoga meinen Fußball-Kumpel auch ruhiger?

8 Jungs im Yoga – 8 Mal große Augen, der Mund weit offen vor Erstaunen. Fast schon ehrfürchtig studieren sie die Fotos ihrer Fußball-Helden: Christiano Ronaldo, Lionel Messi, Manuel Neuer, Mario Götze & Co. Und dieses Mal nicht in einer klassischen Spielsituation, sondern beim Yoga! Keinem meiner kleinen Kursteilnehmer zwischen 6 und 10 Jahren ist klar, dass ihre großen Vorbilder alle aktiven Yogis sind. Den Hype um das Yoga der Nationalmannschaft zur WM 2006 kennen sie nicht, denn die meisten waren noch gar nicht auf der Welt😊

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Die Gründe aber dafür finden sie schnell: mehr Kraft entwickeln, flexibler und beweglicher werden, sich vor Verletzungen schützen. Und entspannter sein, runter kommen nach dem Spiel! Und da die meisten meiner Jungs Samstagmorgen auf dem Fußballplatz stehen, ist eine Yoga-Runde am Nachmittag genau das Richtige! Und das Thema der Stunde auch schnell gefunden. Wir sind beauftragt von der Fortuna, durch die Welt zu reisen, um Spitzenspieler für den heimischen Bundesligisten zu gewinnen. Gemacht, getan. Wir landen in Turin und machen uns auf die Suche nach Ronaldo. Bewegen uns wie Schlangen, Bären, Löwen oder Adler, verstecken uns hinter Bäumen, flüchten vor Wachhunden, sind Berg und Brett, Brücke und Boot – je nachdem was uns gerade bei der Suche hilft. Den Jungs ist dabei meist gar nicht klar, dass sie gerade eine ganze Reihe von Yogaübungen absolvieren😊.
Und auch nicht, dass hinter einer der Pausen – eine Blindverkostung mit getrocknetem Apfel (raten, riechen, schmecken…) – eine Achtsamkeitsübung steckt. Und dass der Kurs zweisprachig ist, leuchtet sofort ein -schließlich spricht Ronaldo ja auch Englisch! Und natürlich gelingt es uns, Ronaldo mit nach Düsseldorf zu bringen. Allerdings schläft er, bzw. er meditiert. Und er darf auf keinen Fall frühzeitig „geweckt“ werden. Sonst ist sein Einsatz gefährdet. Also meditieren wir alle, um ihn zu unterstützen. Eine entspannte, gelöste Stimmung fängt uns ein, nur langsam kommen wir zurück und sind wieder bereit für den Rest des Wochenendes. Eine Frage liegt Viktor, 10, beim Matten zusammenrollen noch auf dem Herzen: „Macht Yoga ruhiger? Also, weil mein Fußball- Kumpel sich immer so wahnsinnig aufregt, wenn wir ein Tor kassieren oder den Ball verschießen. Das nervt mich“. Ich gebe ihn ein paar Tipps für seinen Kumpel in Sachen Atmen und Summen – sage Viktor aber auch, dass es schon ein bisschen Übung braucht. Ich drücke ihm die Daumen!

Die Yogalehrerin in mir lächelt und freut sich, ja Yoga macht ruhiger, Botschaft angekommen😊

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