Interview Dr. Nina Roy

 

Wer als Kind regelmäßig Yoga macht, hat es auch als Erwachsener leichter, mit Stress umzugehen, erklärt Dr. Nina Roy. Warum und wieso sagt uns die Ärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Traditionelle Chinesische und Ganzheitliche Medizin und Mutter im Interview.

Wo siehst Du den besonderen Nutzen von Kinderyoga?

Das Ganzheitliche! Yoga wirkt physisch und mental. Kinder profitieren mit einer besseren Haltung, mehr Beweglichkeit und einer stärkeren Muskulatur. Mit Hilfe von Atem und – Entspannungstechniken entwickeln sie die Fähigkeit, Stress-Situationen besser bewältigen zu können. Sie werden gelassener. Die Kinder lernen, auf sich und andere zu achten. Sie werden auch selbstbewusster und innerlich stärker. All das kommt ihnen besonders in der Schule zugute. Und natürlich auch später im Leben. 

…und bei den übergewichtigen Kindern?

Jedes Kind kann Yoga machen. Unabhängig von Beweglichkeit und Sportlichkeit. Gerade nicht so sportliche Kinder finden im Yoga eine Möglichkeit, sich zu bewegen ohne Druck und Konkurrenzkampf. Sie haben im Yoga schöne Erfolgserlebnisse, die sich positiv auf ihren Körper und ihr Selbstvertrauen auswirken. Und durch ein neues Körpergefühl kann es sogar fördern, dass sich das Essverhalten ändert – vorausgesetzt, es gibt zu Hause auch ein gesundes Angebot!

Also haben es „Yogakinder“ später im Leben leichter?

Als Ärztin und Mutter sag ich ganz klar: Ja! Wer regelmäßig als Kind – spielerisch und mit viel Spass – Kinderyoga macht, lernt automatisch Übungen und Methoden, die ihm guttun. Und lernt auch, was gut für ihn ist. In der Ganzheitlichen Medizin und Resilienz sprechen wir dazu auch von der Fähigkeit des „Bei-sich-seins“. Diese Fähigkeit müssen wir uns als Erwachsene oft mühsam erarbeiten oder zurückerobern. Yoga-Kinder tun sich damit leichter. Sie können früh Gelerntes auch in Stress- und Konfliktsituationen als Erwachsener leichter einsetzen.

Du bist selbst Mutter, macht Dein Sohn Yoga?​

Ja! Wir sind schon auf der Matte gewesen, da war er kaum 3 Jahre alt und „turnte“ um mich und mit mir. Mittlerweile ist er 9. Für ihn ist es normal, dass er Übungen macht und Atemtechniken einsetzt, um sich zu beruhigen oder neue Energie zu sammeln. Er macht das auch einfach dann, wenn er es braucht. Das heißt übrigens nicht, dass bei uns immer alles friedlich und entspannt zugeht. Und das ist genau der Punkt. Das Leben hält nun mal für uns alle seine Aufgaben und Herausforderungen bereit. Entscheidend ist aber, wie wir damit umgehen. Und dabei ist Yoga eine sehr gute Hilfe und effektive Unterstützung. Für Körper und Sinne. Für Erwachsene genauso wie für unsere Kinder!
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